GESCHICHTE

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Der Groninger Monumentenfonds (Groninger Denkmalfonds) bezeichnet Prinsenhof als eines der schönsten Gebäude der Stadt Groningen. Dem können wir nur stolz zustimmen. “Es gibt nur wenige Gebäude, die so viel über die Geschichte der Stadt erzählen wie dieses Monument, ’ beschrieb der ehemalige Direktor des Groninger Monumentenfonds, Dick Janssen, die Anlage.

Der Ursprung dieser Anlage liegt bei den Brüdern des Gemeinsamen Lebens, die hier 1436 ein Wohnhaus errichteten, das später zu einer imposanten Kirche umgebaut wurde. In dieser ehemaligen Kirche befindet sich das Grand Café. Dort, wo früher das Kirchenschiff war, steht jetzt eine Bar. Dort wo früher der Altarraum war, befindet sich nun eine erhöhte Lounge. Auf den Klinkern an den Seitenwänden können Sie immer noch die Spuren der Weihekreuze sehen.

Im Jahr 1569 wurde das Gebäude für den ersten Bischof von Groningen und Drenthe in einen bischöflichen Palast umgewandelt. Nach seinem Tod wurde der Palast zum ‘Herrenhof’ umgebaut, in den Statthalter George Lalaing einzog. Das war der Beginn des Prinsenhof als Statthalter-Unterkunft, worunter die Prinzen von Oranien-Nassau. Im 17. Jahrhundert wurde schließlich der Prinsentuin, der Hofgarten, angelegt. Die Buchstaben W und A, die Sie in den Buchsbaumhecken lesen, führen zurück auf Statthalter Wilhelm Friedrich und seine Frau Albertine Agnes.

An der Seite des Turfsingel betreten Sie den Garten durch das Sonnenuhr-Tor. Die spezielle Sonnenuhr, welche die Namensgeberin für diesen Eingang ist, wurde 1731 installiert. Die Sonnenuhr zeigt Ihnen die Zeit auf verschiedene Arten an. So lesen Sie, in Latein geschrieben: ‘Vergangene Zeit ist nichts, zukünftige ist unsicher, gegenwärtige ist zerbrechlich. Verschwende nicht deine Zeit. ’ Um ihre Zeit totzuschlagen, flanierten die Hofdamen unter den zwei Laubengängen. Noch immer ist der Prinsenhof berühmt für seine märchenhaften, begrünten Pfade.

Nachdem der letzte Statthalter im Zuge der Französischen Revolution 1795 Groningen verlassen hatte, wurde der Prinsenhof als Militärkrankenhaus genutzt. Dies blieb so bis 1905. Im zweiten Weltkrieg war die Militärpolizei in der Anlage stationiert.

Danach folgte eine Phase von Leerstand und Verfall bis der Radio-und Fernsehsender RTV Nord einzog. Seit 2012 ist Prinsenhof, nach einer gründlichen Sanierung, bekannt als 4-Sterne Hotel mit zwei hochwertigen Restaurants – es ist das erste Mal in seiner langen Geschichte, dass der Prinsenhof für die Öffentlichkeit zugänglich ist.